Saison 2013

Von Blokzijl nach Vollenhove

Wir verlassen Blokzijl durch die alte Seeschleuse.

Durch die alte Seeschleuse

Ein kleines Stück geht es weiter und zwar bis nach Vollenhove. Kurz vor dem Hafen  fahren wir über das Vollenhovermeer.

Wieder ein Meer mehr….wir hatten schon das Sneekermeer, Tjeukemeer, Hansemeer, Heegermeer, Slotermeer, Giethornsemeer und das Brandemeer. Wo wir jetzt fahren tobte früher die Nordsee (Zuiderzee). Denn Vollenhove war vor 1932 ein Fischerhafen und lag genau wie Blokzijl an der Küste der Zuiderzee.

Die grüne Linie ist die ehemalige Küste der Zuiderzee
Die grüne Linie ist die ehemalige Küste der Zuiderzee

Eine Zeichnung der früheren Küstenlinie bei Blokzijl und Vollenhove findet man hier

Schon von weitem sieht man die große mächtige Kirche. Hier hatten die Bischöfe von Utrecht ihre Sommerresidenz, das erklärt wieso ein so kleines Dort eine sooo große Kirche hat. Im Hafen wird uns der Liegeplatz vom Hafenmeister zu gewiesen, das hatte ich schon im Internet auf der Homepage gelesen. In diesem Hafen funktioniert das gut, er sieht die Schiffe kommen, spricht sie gleich an und weist einen Liegeplatz zu. So liegen die kleinen Schiffe in den kurzen Boxen und die großen entweder längsseits an der Kaimauer oder in den großen Boxen. Der Hafen ist sehr beliebt und es füllt sich schnell, wir haben einen schönen Platz neben einer Vlet (der Hafenmeister meinte: Vlet bei Vlet!:-) mit Aussicht auf die Kirche.

Wir wandern durch Vollenhove und folgen den Hinweisen im Straßenpflaster oder -schildern. Erst geht es zur Aldelsburg Oldruithenburgh aus dem 18. J., in der sich heute ein Restaurant und Hotel befindet.

Versteckt in  einem kleinen Laubwald finden wir die Ruine der Toutenburgh.

Anschließend besuchen wir bei der Marienkirche die Gartenanlage Marxveld, die Anlage ist in verschiedenen historischen Stilen angelegt. Vom mittelalterlichen einfachen Kreuzgang mit Brunnen (bis1500), über einem Renaissancegarten (16.J.) mit Eibenhecken und einem Garten im Barockstil (17 J.)mit geschwungenen Buchsbaumhecken und einem Springbrunnen in der Mitte. Im Landschaftsgarten (18. J.) wurde gearbeitet, er wirkte ziemlich klein für einen Landschaftsgarten.  Diese Gärten wurden 1988 angelegt und sollen an die wichtigen historischen Epochen der Stadt Vollenhove verweisen.

Bei der St. Nikolaus Kirche stehen mehrere schöne alte Häuser, wie das Rathaus und die ehemalige Lateinschule aus dem 17. Jahrhundert.

Die Sankt Nikolaus Kirche wurde etwa 1450 – 1485 als katholische Kirche gebaut. Ab ca. 1578 ist sie eine protestantische Kirche. Sie hat zwei gleich große Schiffe von 45 x 10m. Innen ist sie sehr schlicht, beeindruckend ist die Größe.

Eine alte Zeichnung von Vollenhove habe ich hier entdeckt: Karte

Neben der Kirche entdecken wir ein Denkmal oder Momument wie die Niederländer sagen. Es stellt 3 Fischer auf einer Eisscholle dar.

Auf einem Schild steht die Geschichte dazu. Ich habe sie mal für Euch übersetzt:

Das  Monument ist errichtet worden, um an die Rettung und um an die Gemeinschaft der Fischer zu erinnern.

14 Tage auf einer Eisscholle

Am Samstag. den 13. Januar 1849 gingen der Durgerdammer Fischer Klaas Bording mit seinen Söhnen Klaas und Jacob auf das Eis der Zuiderzee um Butt zu fangen. Als sie wieder nach Hause wollen, merken sie, dass sie auf einer Eisscholle von der Küste abgetrieben waren. Durch Wind und Strömung treiben sie 14 Tage auf der Zuiderzee. Sie lebten vom rohem Fisch und aufgefangenem Regenwasser.

Am 25. Januar wird auf dem Friedhof von Vollenhove ein lebender Hering gefunden, der aus dem Schnabel einer Seemöwe gefallen war. Einige Fischer fahren darauf hin auf die Zuiderzee um die ersten Heringe der Saison zu fangen. Zwei Tage später hören die Fischer die Hilferufe der Durgerdammers. Mit Hilfe der zusammen gerufenen Fischerkollegen werden die Durgerdammers vom Eis gerettet und in Vollenhove an Land gebracht. Die Geretteten sind stark abgemagert und haben Erfrierungserscheinungen. Am 5. Februar stirbt der Sohn Klaas und am 26. Februar stirbt auch der Vater. Sie werden auf dem Friedhof in Vollenhove beerdigt. Als einziger überlebt Jacob Bording dieses Unglück (Zwischenfall) und kehrt in sein Heimatdorf zurück. Abgesandte von Vollenhoven und Waterland brachten der Witwe Bording Geld, für ihren und der Kinder Lebensunterhalb.

Die ganze Geschichte steht hier

Zum Abschluß gehen wir ins Café/Restaurant „Graf Kukel II„, es befindet sich gleich bei der Kirche und hat die „lekkerste Appeltaart van Nederland“!

Es gibt auch noch einen alten Hafen, der sehr geschützt liegt, hier liegen die Einheimischen und es sind alles „vaste Ligplaatzen“. Und noch ein paar Fotos vom Hafen und Umgebung

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Saison 2013

Blokzijl

Noch ein paar Bilder aus Blokzijl in Overijssel

Sehenswert ist die Kirche in Blokzijl, eine der ersten Kirchen in den Niederlanden, die von und für die Prostestanten gebaut worden ist (1609 – 1613). Das Votivschiff ist von der Gilde der Bootsleute gespendet worden, genau wie die Kronleuchter aus dem 17. Jahrhundert. Das Votivschiff war ursprünglich aus Silber und wurde geraubt als die Stadt besetzt war (1672). Die schöne Uhr mit dem einen Zeiger war lange unter graugrüner Farbe versteckt (1745). (Infos aus dem Prospekt des Kirchenvorstands)

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Saison 2013

Von Ossenzijl bis Blokzijl

Ossenzijl – Heuvengracht

Nachdem wir eine Nacht im Yachthafen verbracht haben, freuen wir uns wieder über einen Liegeplatz in der Natur. Wir fahren durch die Kahlenbergergracht, eine der malerischsten Fahrstrecken in den Niederlanden. Alles wirkt wie eine Miniaturlandschaft, die hübschen Häuser wirken wie Puppenhäuschen. Alles ist gepflegt und liebevoll dekoriert. Von der Kahlenbergergracht fahren wir in die Heuvengracht. Der kostenlose Liegeplatz dort heißt Heuvengracht – West und man darf max. 2 x 24 Std festmachen.

Heuvengracht – Blokzijl

Leinen los, es geht weiter. Es geht über das Giethornse Meer in das idyllische Hafenstädtchen Blokzijl, das bis 1932 noch eine Seestadt war. Bis zur Eindeichung und Trockenlegung der Zuiderzee tobte vor der alten Seeschleuse die Nordsee, heute liegt dort Nordostpolder. Die alte Seeschleuse hat keine Funktion mehr und steht nun immer offen. In Blokzijl war sogar mal eine Walfangflotte beheimatet, nun liegt Blokzijl  tief im Binnenland und fern der See. Wir kommen vom Norden und müssen durch eine (neue) Schleuse in den alten Hafen. Es ist nur ein geringer Höhenunterschied. Diese Schleuse wurde schon 1550 gebaut und ist immer noch im Betrieb. Von dieser Schleuse hatten wir schon viel gelesen, man hätte Wartezeiten in der Hochsaison von bis zu 2 Stunden. Die Schleuse würde vollgestopft und daran erfreuen sich viele Sehleute im angrenzenden Cafe „ Sluiszicht“. Wir haben es anders erlebt. Nach einer kleinen Wartezeit von 20 Minuten (ein Schleusengang) fahren wir mit einem weiteren Schiff in die Schleuse. Der routinierte Schleusenmeister begrüßt uns freundlich und verrichtet seine Arbeit mit sichtbarem Spaß. Als Willkommensgruß bekommen wir eine Wasserkarte und eine kleine Flagge der Region Overijssel, die jetzt vorne an Carinas Bug flattert.

Die Flagge von Overijssel
Die Flagge von Overijssel

Im Hafen sind noch viele Liegeplätze frei, erst gegen Abend füllt sich der Hafen. Wir liegen mitten in der historischen Stadt und schauen auf schöne alte Wohnhäuser mit den typischen Treppengiebeln.

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Saison 2013

Von IJlst bis Ossenzijl

Ijlst – Heeg – Brandemeer

Von Ijlst fahren wir nach Heeg. Mitten in Heeg legen wir an und bummeln durch die Stadt. Im Cafe gleich bei der Gracht trinken wir einen Eistee und legen dann wieder ab. Es geht weiter auf das nächste Meer. Im Brandemeer suchen wir uns einen Marrekrite-Liegeplatz. Es ist wieder ein heißer Sommertag und wir probieren das neue Sonnensegel aus. Es passt gut und bringt uns ein wenig Schatten in die Plicht. Anschließend gehen wir schwimmen, das bringt Abkühlung. Viele friesische Meere kennen wir jetzt schon: Sneekermeer, Tjeukemeer, Hansemeer, Heegermeer, Slotermeer, Brandemeer…. In Friesland sind die Meere binnen und vor der Küste liegt die Nordsee.

Brandemeer – Echtenerbrug

Vom Brandemeer geht es über das Tjeukemeer nach Echtenerbrug. Gegen Mittag gibt es eine kleine Abkühlung. Der kurze Regenschauer bringt aber nur kurzfristige Erfrischung. Wir liegen in Echtenerbrug gleich bei der Klappbrücke. Hier ist ständig Betrieb und es gibt viel zu schauen. In Echtenerbrug liegen viele Charterschiffe.

Echtenerbrug – Oldemarkt

Wir tanken 155 Liter Diesel und nun ist unser Tank wieder randvoll. Nach ca. 100 Betriebsstunden ist es das erste Tanken seit Rendsburg. Auch den Wassertank füllen wir auf und dann geht es weiter. Oldemarkt ist unser Ziel für Heute. Es liegt etwas abseits der Hauptstrecke und ist auch eine Sackgasse. Carina fährt fast alleine auf der Linde (kleiner Fluss).  Am Ufer steht Schilf und da hinter stehen Kühe auf den Weiden. Störche fliegen über uns, denn gleich in der Nähe liegt der großer Naturschutzpark „De Weerribben“, ein ehemaliges Torfabbaugebiet, es ist ein Paradies für Störche und für alle anderen Wasservögel. Kurz vor Oldemarkt kreuzt eine Fahrradfähre unseren Weg. Es ist eine Selbstbedienungsfähre, die an einer Kette hin- und hergezogen wird. An den Ufern stehen Winden mit der man die Fähre zu sich heranholen kann wenn sie am anderen Ufer liegt. Auf der Fähre befinden sich ebenfalls Winden, damit zieht man sich mit der Fähre über den Kanal.  In Oldemarkt können wir bis zur Ortsmitte mit dem Schiff fahren. Im Passantenhafen ist viel Platz, es sind nur wenige Gastschiffe da. Erstaunlich hoch ist das Hafengeld mit 12,35 Euro! Dort wo wir festgemacht haben, gab es noch nicht mal einen Stromanschluss. Auch sonst bietet Oldemarkt nicht viel, ein Restaurant, einen Imbiss und einen Supermarkt. Das Schönste an Oldemarkt ist der Weg dort hin durch die Naturlandschaft. Aber beim nächsten Besuch würden wir uns nach einem kurzen Aufenthalt an einen der schönen Marrekriteplätze außerhalb vom Ort verholen.

Oldemarkt – Ossenzijl (De Weerribben)

Wir verlassen Oldemarkt und fahren wieder ganz alleine durch die schöne Natur. Vor der Schleuse Linthorst Homansluis treffen wir auf viele Schiffe und die Schleuse wird richtig voll. Von hier ist es nur ein kleines Stück bis Ossenzijl. In Ossenzijl fahren wir diesmal in den Yachthafen De Kluft, er liegt im Nationalpark De Weerribben. Wir sind jetzt auf dem Rückweg nach Dänemark, aber wir wollen möglichst neue Wege fahren und neue Häfen anlaufen. Zum Yachthafen gehört auch ein Campingplatz, sie sind sehr gut in der Umgebung eingepasst. Ein Naturschutzgebiet das von Mensch und Tier genutzt wird.

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Saison 2013

Sneek – Ijlst

Wir haben immer noch bestes Sommerwetter. Von Sneek fahren wir nach Ijlst zur Bakker-Motorenwerkstatt. Ein Monteur hört sich unser Problem an und kontrolliert gleich vor Ort das Wellengeräusch. Es ist die elastische Kupplung, sie verursacht das Dauer-Quietschen. Am Montag sollen wir vorbei kommen und dann wird die Kupplung getauscht. Wir fahren zu einem Marrekriteplatz in der Nähe von Ijlst, hier wollen wir das Wochenende verbringen.

Am Samstag gegen 19.00 Uhr melden sich Karin und Frank, sie sind in der Nähe und suchen einen Campingplatz. Sie werden fündig in Ijlst. Wir verholen uns in den Passantenhafen von Ijlst und verbringen mit den Beiden einen sehr lustigen Abend auf dem Campingplatz.

Am Sonntag laden wir Karin und Frank zu einer Bootstour ein. Wir fahren von Ijlst über Sneek, Sneekermeer bis nach Akkrum. Dort genießen wir in dem netten Cafe „Kromme Knillis“  en Kopje Koffie mit Appelgebak. Anschließend geht es über das Sneekermeer wieder zurück nach Ijlst. Abends grillen wir gemeinsam auf dem Campingplatz.

Den Montag verbringen wir in Ijlst bei der Motorenwerkstatt Bakker. Gegen 17.30 verholen wir uns nach erfolgreicher Reparatur wieder auf den Marrekriteplatz bei IJlst.

Ijlst ist eine der 11 friesischen Städte (Stadtrecht seit 1268) und besonders malerisch mit den Lindenbäumen neben der Eegracht. Sehenswert sind die sogenannten Übergärten  (Overtuin) an der Eegracht, die Gärten sind durch die Straße vom Haus getrennt. Man muss also über die Straße zum Garten. Die Eegracht ist die malerischste Straße von IJlst. Einige sehr schöne und alte Kaufmannshäuser mit den typischen Treppengiebeln (das Haus vom Messingklopfer) und das Rathaus aus dem 14. Jahrhundert sind sehenswert. IJlst war früher bekannt für die Fabrikation von Schlittschuhen. Die Holzsägemühle ‚De Rat‘ aus dem Jahre 1638 ist immer noch in Betrieb und kann besichtigt werden.

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Saison 2013

Sneek

Ganz langsam bewegen wir uns jetzt Richtung Heimat. Zum zweiten Mal liegen wir mit CARINA in Sneek und wir haben wieder einen der begehrten Plätze vor dem schönen alten Wassertor in Sneek bekommen. Die Stadt lädt zum Bummeln ein. Hier können wir unsere Vorräte auffüllen. Sneek ist eine der elf friesischen Städte, die früher mal am Ufer der Middelzee (später Zuiderzee) lagen. Erst durch das Einpoldern liegt Sneek im Landesinneren. Bereits im 13. Jahrhundert begann man mit der Stadtbefestigung und ab 1456 erhielt die aufblühende Stadt die Stadtrechte. Die Befestigungswälle bekamen neben den Toren zur Landseite auch fünf Wassertore, durch die man mit Booten in die Stadt fahren konnte. Einige Grachten sind noch erhalten, die innerhalb der Stadt sind nicht mehr befahrbar. Direkt vor dem Wassertor, es wird in diesem Jahr 400 Jahre alt, gibt es Passantenplätze. (Duschen, WC, Wasserzapfstelle und Fäkalienabsaugstation sind vorhanden)

Hafengeld 14,50 Euro – Strom incl. und Internetzugang für 2 Std. kostenlos

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Saison 2013

Akkrum – Sneeker Meer

Die Vorräte sind aufgefüllt, ebenso die Akkus von der Kamera und dem Laptop, wir können wieder ins Grüne, oder besser gesagt, ins Schilf. Auf dem Sneeker Meer suchen wir uns wieder einen Platz am Schilf, einen Marrekriteplatz. Es ist eine Anlegemöglichkeit ohne Landverbindung, wir liegen längsseits an einem Zaun. 6 Pfähle mit einer Planke verbunden und schon hat man einen tollen Liegeplatz geschaffen. An diesem Platz können 2 Schiffe festmachen. Wir gehen hinter ein Motorboot, dass aber nach ein paar Stunden weiterfährt. Für den Rest der Zeit (3 Tage) bleiben wir alleine. Der Marrekriteplatz liegt in einer Bucht an der kleinen Insel „Lytse Griene“, hier gibt es viele Marrekriteplätze und es ist auch ein beliebter Ankerplatz. Da wir jetzt auch eine Badeleiter besitzen, können wir vom Schiff aus schwimmen gehen. Das Wasser ist warm, allerdings trübe, denn der Boden besteht aus Torf. Es erinnert uns sehr an das Steinhuder Meer. Wir bleiben 3 Tage an diesem tollen Platz und genießen das schöne Sommerwetter.

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